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Schneckenpost 3 | März 2026
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| Liebe Freund*innen, liebe Unterstützer*innen des Conviviums, |
wie jedes Jahr geschieht es völlig überraschend: Der Kalender behauptet hartnäckig, es sei März. Und siehe da – es wird tatsächlich heller, milder, vogelstimmiger. Irgendwo zwischen letzter Frostwarnung und erstem zaghaften Bärlauch lugt er hervor: der Frühling.
Und wie es sich gehört, summt im kollektiven Gedächtnis sofort das gute alte „Im Märzen der Bauer“ – jenes unverwüstliche Volkslied, in dem der Landwirt so emsig repariert, pflügt und spannt, dass man sich fragt, wann er eigentlich Zeit für einen Espresso hatte. Das Lied stammt aus dem 19. Jahrhundert, als Jahreszeiten noch analog waren und Lieferketten maximal bis zum Nachbardorf reichten.
Heute, im Märzen 2026, repariert der Bauer vielleicht noch immer – nur dass er nebenbei digitale Formulare ausfüllt, Förderbedingungen studiert und sich fragt, ob seine Bohnen künftig noch dieselben Wege gehen dürfen wie seine Großeltern es taten.
Frühling also – die Zeit des Neubeginns – und der Handelsabkommen. Während die Natur aufblüht, tritt zeitgleich das lange verhandelte Handelsabkommen zwischen der Europäische Union und den Mercosur-Staaten vorläufig in Kraft – kurz: Mercosur. Ein Wort, das klingt wie ein mediterraner Wind, in Wirklichkeit aber eine ordentliche Brise globaler Agrarpolitik mit sich bringt.
Der Mercosur – ein südamerikanischer Staatenverbund – soll den Handel erleichtern, Zölle senken und Märkte öffnen. Das klingt zunächst nach Frühjahrsputz im Warenverkehr. Mehr Austausch, mehr Auswahl, mehr Wettbewerb.
Doch wie wir bei Slow Food wissen: Mehr ist nicht automatisch besser. Zumindest nicht, wenn „mehr“ bedeutet, dass Rindfleisch um die halbe Welt reist, während vor unserer Haustür die Weide leer bleibt. Wenn Soja in industriellen Monokulturen wächst, während wir hier mühsam Biodiversität säen. Wenn Standards verhandelbar werden, die eigentlich unverhandelbar sein sollten.
„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt …“ Heute könnte man ergänzen: „… und prüft noch die Herkunft im Lieferkettenverbund.“ Denn genau darum geht es: Herkunft, Qualität, Transparenz, Verantwortung.
Slow Food hat sich immer dafür eingesetzt, dass Landwirtschaft nicht nur effizient, sondern gut, sauber und fair ist. Ein Handelsabkommen darf nicht dazu führen, dass kleinbäuerliche Strukturen unter Preisdruck geraten oder Umweltstandards zur Verhandlungsmasse werden. Frühling heißt Wachstum – aber welches Wachstum wollen wir eigentlich?
Es ist eine seltsame Gleichzeitigkeit: Hier die ersten Radieschen im Hochbeet. Dort Container voller Agrarimporte auf Weltreise. Hier der Wochenmarkt, auf dem man mit dem Erzeuger spricht. Dort der globale Wettbewerb, in dem der Preis das lauteste Argument ist.
Ironischerweise wird gerade im Frühling – der Zeit des Neubeginns – besonders deutlich, wie sehr unsere Ernährungspolitik alte Fragen neu aufwirft: Wer profitiert? Wer zahlt den ökologischen Preis? Und was bedeutet „Fortschritt“, wenn regionale Vielfalt verschwindet?
Unsere Antwort: bewusst bleiben! Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieses Märzen: Nicht alles, was wächst, ist automatisch gut. Und nicht jede Öffnung bringt frische Luft. Während also der Bauer im Lied seine Felder bestellt, bestellen wir – hoffentlich – weiterhin mit Bedacht. Regional. Saisonal. Solidarisch.
Der Frühling ist da. Die Natur macht es uns vor: Vielfalt statt Monokultur, Kreislauf statt Kurzfristigkeit, Geduld statt Turbo-Wachstum. In diesem Sinne: Ein aufblühender Frühling – und ein wacher Blick auf das, was da sonst noch keimt.
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Einladung zum Aktiventreff | 18. März
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Wie immer sind alle Slow Food Mitglieder zu unserem Aktiventreffen im März herzlich eingeladen. Es findet am 18.3. um 19 Uhr wieder online per Zoom-Konferenz statt. Wenn Sie Lust haben Slow Food Hannover vor Ort mitzugestalten, dann melden Sie sich einfach hier per Mail. Themen sind in erster Linie Planungen unserer kommenden Veranstaltungen und Aktionen. Eine gute Möglichkeit für alle Mitglieder ihre Vorstellungen, Wünsche und Anregungen einzubringen. Herzlich willkommen also, wir freuen uns auf neue Gesichter! Nur so gelingt es den Verein lebendig zu halten – und es macht durchaus Spaß und schafft Befriedigung.
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Frühlingserwachen im Neuen Rathaus | 19. März |
… ganz ohne Bezug auf den Kommunalwahlkampf. Unter der engagierten und charmanten Leitung unseres Mitglieds Julia Bortfeld rückt der Gartensaal im Neuen Rathaus immer mehr in unseren Fokus. Passend zur Jahreszeit freuen wir uns auf einen besonderen Menüabend am 19. März ab 18 Uhr. Serviert wird ein fein abgestimmtes 4-Gänge-Frühlingsmenü von der Küchenchefin Saskia Frenz, begleitet von ausgewählten Weinen des Weinexperten Thorsten Schepers. Und das Ganze, Menü, Wein und Wasser zu sehr freundlich kalkulierten 69 €! Neugierig geworden? Hier erfahren Sie mehr: Menükarte. Reservierungen bitte direkt beim „Gartensaal” unter Telefon: 0511 16841955 oder per Mail.
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Schneckenrunde in „Meiers Lebenslust” | 26. März
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Wenn ein Restaurant die Lebenslust schon im Namen führt, ist dies verlockend genug um dort einzukehren – zumal man sich bemüht den Slow Food Gedanken der Regionalität, Saisonbezug und Nachhaltungkeit zu entsprechen – soweit dies eben geht im Wettbewerb um nicht nur lokale Gäste. Dieses Restaurant bietet neben einer klassischen bürgerlichen Wirtshausküche, die Besonderheit, das es eine eigene Hausbrauerei beherbergt. Somit erwarten uns zu eher bekannteren Speisen eine Auswahl an individuelle Bieren, die sich durch ihre handwerkliche Herstellung auszeichnen. Wir freuen uns auf eine zahlreiche Teilnahme und angeregte Gespräche. Bitte melden Sie sich dazu verbindlich an.
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Rückblick Veranstaltungen |
Tafelrunde „Über den Tellerrand”
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Sehr spannend war unser Besuch am 26. Februar im „Masa”, dem afghanischen Restaurant in der Innenstadt. Die Küche ist aromatisch, vielseitig und von Einflüssen aus Zentralasien, Persien und Indien geprägt. Durch die historische Lage Afghanistans an wichtigen Handelsrouten vereint sie unterschiedliche Gewürze und Kochtraditionen, bleibt dabei aber meist mild und ausgewogen im Geschmack. Reis ist dabei das Grundnahrungsmittel. Das bekannteste Gericht ist Kabuli Palaw, ein gewürzter Reis mit Lammfleisch, Rosinen und Karotten. Gefallen hat uns auch Mantu (gefüllte Teigtaschen mit Fleisch) und Ashak, eine vegetarische Variante mit Lauchfüllung. Insgesamt hat sich wieder einmal der Blick über den heimischen Tellerrand gelohnt.
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Vorgestellt: Unsere Unterstützer
Rindfleisch aus besonders tiergerechter Haltung. |
Als Unterstützer der Slow-Food-Bewegung teilt die Kreuzkamp Genuss GmbH seit 2017 unsere zentralen Werte: Wissen, woher es kommt. Dieser zentrale Frage hat sich Familie Kreuzkamp gestellt und sich entschieden dazu neue Wege zu gehen: qualitativ hochwertiges und regionales Rindfleisch direkt vom Hof zum Verbraucher. Dazu Helen Kreuzkamp, die Gründerin und Geschäftsführerin: „Guter Geschmack beginnt nicht erst auf dem Teller. Er entsteht durch Zeit, Verantwortung und Respekt – gegenüber den Tieren, der Natur und den Menschen dahinter. Auch 2026 unterstützen wir weiterhin die Slow-Food-Bewegung und stehen damit klar für: - nachhaltige Landwirtschaft statt Massenproduktion - artgerechte Weidehaltung - handwerkliche Verarbeitung - regionale Wertschöpfung - und Transparenz. Unser Weidefleisch ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen – vom Hof bis zu euch nach Hause. Slow Food ist für uns kein Trend, sondern Überzeugung.”
Wer nun neugierig auf die Produkte geworden ist, findet Informationen hier. Weitere Unterstützer aus unserer Region können Sie hier entdecken.
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IMPRESSUM
Slow Food Hannover Elisabeth Gaebler und Wolfgang Schatz Umweltzentrum, Hausmannstr. 9–10, 30159 Hannover Telefon: 0172 1661581 und 0170 2049433 E-Mail: hannover@slowfood.de
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Homepage: https://www.slowfood.de/hannover
Links: Facebook Instagram Impressum |
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