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Schneckenpost 8 | August 2026
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| Liebe Freund*innen, liebe Unterstützer*innen des Conviviums, |
Sie haben sicher schon einmal an einer Umfrage teilgenommen. Fein! Umfragen genießen einen ausgezeichneten Ruf. Sie gelten als wissenschaftlich, objektiv und repräsentativ. Das Ergebnis wird auf eine Nachkommastelle präzise ausgewiesen – und schon wirkt alles unanfechtbar.
Wobei jede Umfrage mit einer einzigen, unscheinbaren Entscheidung beginnt: Welche Frage stellen wir überhaupt? Denn neben Fragen wie „Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Lage Deutschlands?“ gab es tatsächlich Umfragen, die wissen möchten: Haben Sie schon einmal in der Nase gepopelt? Wurden Sie schon einmal von einer Möwe angegriffen? Wer würde einen Kampf gewinnen – ein Löwe oder ein Bär? Und erstaunlicherweise antwortet ein Teil der Befragten auf manche dieser Fragen: „Weiß nicht.“ Was ungemein tröstlich ist – nicht etwa wegen der Frage, sondern weil selbst die Befragten gelegentlich erkennen, dass man nicht auf alles eine Meinung haben muss.
In den letzten Jahren scheint zunehmend das Gegenteil zu gelten. Kaum geschieht irgendwo etwas auf der Welt, erscheint wenige Stunden später eine repräsentative Umfrage. Jeder soll sofort wissen, was er denkt – auch wenn er gestern noch gar nicht wusste, dass das Thema existiert. Die wahre Kunst besteht deshalb nicht etwa darin, Antworten zu messen, sondern die Fragen zu erfinden. Aus journalistischer Sicht muss die Frage nur absurd genug sein, um besonders eindrucksvolle Ergebnisse zu zeitigen. Stellen Sie sich einmal folgende Schlagzeile vor: „62 Prozent der Deutschen würden lieber von einer Mücke als von einem Bullterrier gebissen werden.“ Repräsentativ, Fehlerquote irrelevant, perfekt! Niemand fragt, warum man das überhaupt wissen wollte, sondern ergeht sich in Mutmaßungen darüber, weshalb immerhin 38 Prozent anscheinend ein bemerkenswert entspanntes Verhältnis zu Bullterriern haben.
Das ist die Schwäche solcher Umfragen: Sie lassen uns im Glauben, eine Frage sei allein schon deshalb sinnvoll, weil sie statistisch präzise gestellt wird. Vergessen wird die alte – zugestanden banale – „Weisheit“: Eine präzise Antwort auf eine belanglose Frage bleibt belanglos. Sollte aber der Eindruck entstehen, hier solle die edle Zunft der Meinungsforscher verspottet werden, so trifft dies nicht zu. Nicht Umfragen sind das Problem, schlechte Fragen sind das Problem. Eine kluge Frage eröffnet Erkenntnisse.
Genau deshalb freue ich mich über die Mitgliederbefragung von Slow Food, die wir jetzt starten. Sie fragt nicht nach spontanen Meinungen über Belanglosigkeiten. Sie fragt nach Erfahrungen, Erwartungen, Wünschen – und auch nach Kritik. Sie fragt danach, wie wir als Bewegung besser werden können. Dieser Unterschied ist entscheidend. Die Antwort auf die Frage: „Würden Sie lieber von einer Mücke oder einem Bullterrier gebissen werden?“ mag skurril sein. Die Antwort auf die Frage: „Was erwarten unsere Mitglieder von Slow Food in den nächsten Jahren?“ kann unsere Zukunft verändern.
Deshalb unsere herzliche Bitte: Nehmen Sie sich die wenigen Minuten Zeit und machen Sie mit. Denn anders als bei vielen Umfragen gibt es hier keine richtigen oder falschen Antworten, nur Erkenntnisse. Es gibt nur eine Antwort, die wir nicht auswerten können: Die, die nie gegeben wird.
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Einladung zum Aktiventreff | 12. August
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Wie immer sind alle Slow Food Mitglieder herzlich zu unserem nächsten Aktiventreffen eingeladen! Wir treffen uns am 12. August um 19 Uhr wieder online per Zoom-Konferenz. Wenn Sie Lust haben, Slow Food Hannover aktiv mitzugestalten, Ideen einzubringen oder einfach einmal zu schauen, was bei uns so passiert, sind Sie herzlich willkommen. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Planung unserer kommenden Veranstaltungen und Aktionen. Das Treffen bietet aber auch eine schöne Gelegenheit für alle Mitglieder, eigene Vorstellungen, Wünsche und Anregungen einzubringen. Sie möchten dabei sein? Dann melden Sie sich einfach per E-Mail bei uns, und wir schicken Ihnen den Einwahllink für die Zoom-Konferenz zu. Wir freuen uns auf bekannte und ganz besonders auf neue Gesichter! Denn ein Verein lebt vom Mitmachen – und gemeinsam aktiv zu sein macht nicht nur Spaß, sondern ist auch eine schöne und bereichernde Erfahrung.
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Schneckenrunde „Haus im Grünen” | 19. August |
Unsere traditionelle Schneckenrunde bietet die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen und sich in entspannter Atmosphäre über unsere Themen, Veranstaltungen, Restaurants sowie die Erfahrungen mit Slow Food auszutauschen. Sie ist damit auch eine gute Gelegenheit für alle, die noch nicht so genau wissen, was es mit den Convivien und den Schnecken eigentlich auf sich hat. Diesmal treffen wir uns – ganz im Vertrauen auf den Sommer – im „Haus im Grünen“. Das Gartenrestaurant gehört zum Kleingärtnerverein Hannover-Eilenriede im Stadtteil Groß-Buchholz und ist für seine Barbecue-Spezialitäten bekannt. Den Leserinnen und Lesern des Slow Food Magazins ist das Thema Grillen bestens vertraut – wir dürfen uns also durchaus ein qualifiziertes Urteil zutrauen. Herzlich willkommen! Bitte melden Sie sich dazu gleich hier an.
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Besuch auf dem Eierhof | 10. September
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Seit 2016 produziert die Familie Gosch in Isernhagen neben Getreide auch Eier. Ein eigens neu gebauter Stall wurde mit dem Ziel errichtet, den Legehennen ein Höchstmaß an Tierwohl zu bieten. So steht ihnen ein großzügiger Auslauf mit frischem Grün sowie zahlreichen Pflanzen und Sträuchern zur Verfügung. Dort können sie in der Sonne dösen, ihr Gefieder im Sand pflegen oder nach Herzenslust scharren und nach Würmern suchen. Bei schlechtem Wetter haben sie die Wahl, ob sie nach draußen gehen oder den Tag lieber im eingestreuten Wintergarten verbringen. Zusammen mit diesem Wintergarten verfügen die Tiere über deutlich mehr Platz als die meisten ihrer konventionell gehaltenen Artgenossen.
Im Frühjahr 2022 wurde ein zweiter Legehennenstall in Betrieb genommen. Seitdem werden dort zusätzlich Bio-Eier erzeugt. Wie dieses Nebeneinander von konventioneller und ökologischer Eierproduktion auf einem Betrieb funktioniert und welche Anforderungen damit verbunden sind, möchten wir uns bei einer Hofbesichtigung erläutern lassen.
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Schnippeltalk: Nachhaltig, gesund und (nicht) teuer? | 12. September
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Nachhaltig und gesund essen – geht das auch mit kleinem Budget? Genau dieser Frage wollen wir bei unserem nächsten Schnippeltalk gemeinsam nachgehen! Am 12. September ab 11 Uhr laden Slow Food gemeinsam mit der Volkshochschule Hannover in die VHS-Küche, Burgstr. 14, ein. Wir wollen „gerettete“ Lebensmittel kreativ verarbeiten, gemeinsam schnippeln, kochen und natürlich anschließend genießen. Dabei schauen wir uns an: Was gehört zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung? Welche Möglichkeiten gibt es, dabei Geld zu sparen? Und worauf sollte man bei der Auswahl und Verarbeitung von Lebensmitteln achten? Gemeinsam tauschen wir Ideen und Erfahrungen aus, probieren Neues aus und lassen ganz nebenbei bunte und leckere Gerichte entstehen. Die Teilnahme ist kostenlos! Damit wir die benötigte Menge an Lebensmitteln gut planen können, ist eine Anmeldung erforderlich.
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Rückblick Veranstaltungen |
Das Thema alkoholfreier Wein und alkoholfreie Cocktails ist zunehmend in aller Munde. Auch im Slow Food Magazin finden sich aktuell eine Reihe sehr inspirierender Cocktailrezepte. Wir haben uns diesem Thema bereits in bewährter Schneckenmanier mit einem praktischen Selbstversuch gewidmet. Das Tasting am 11. Juli, das unser ebenso engagiertes wie fachkundiges Mitglied Ute Müller für uns arrangiert und durchgeführt hat, war sicher eines der Highlights unserer diesjährigen Veranstaltungen. Dafür ein ganz herzlicher Dank!
Wir konnten nicht nur erfahren, wie komplex und anspruchsvoll der Prozess ist, einem Wein den Alkohol zu entziehen und gleichzeitig die Fülle der „sonstigen“, sortentypischen Aromen zu bewahren. Wir konnten die Ergebnisse auch direkt verkosten und – wer wollte – mit vergleichbaren „normal“ ausgebauten Weinen vergleichen. Eines lässt sich sicherlich sagen: Alkoholfreie Weine haben die Nische der experimentellen Produkte und geschmacklich fragwürdigen Ergebnisse längst verlassen.
Ganz nebenbei haben wir außerdem auf höchst genussvolle Weise viel über das komplexe Thema Wine-Food-Pairing gelernt. Die ebenso originellen wie köstlichen Häppchen, die Ute zu den Weinen kreiert hat, werden uns sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Einige davon werden wir als willkommene Anregung mitnehmen und – ganz ungeniert – im Freundeskreis nachmachen. Wir sind gespannt, wie sich dieses spannende Thema weiterentwickelt, und werden sicher bei Gelegenheit darauf zurückkommen.
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IMPRESSUM
Slow Food Hannover Elisabeth Gaebler und Wolfgang Schatz Umweltzentrum, Hausmannstr. 9–10, 30159 Hannover Telefon: 0172 1661581 und 0170 2049433 E-Mail: hannover@slowfood.de
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Homepage: https://www.slowfood.de/hannover
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